Zuverlässige KiTa für Halle

Damit der Alltag planbar bleibt

Verlässlichere Betreuungszeiten, weniger Schließtage und Lösungen bei kurzfristigen Ausfällen: Die CDU-Ratsfraktion möchte prüfen lassen, wie ein zukunftsorientiertes Betreuungsmodell Familien in Halle (Westf.) entlasten kann. Grundlage soll der tatsächliche Bedarf der Eltern sein.

Morgens das Kind in die Kita bringen und anschließend zur Arbeit fahren: Damit dieser Alltag funktioniert, müssen Familien sich auf die vereinbarte Betreuung verlassen können. Ferien-Schließzeiten, Brückentage oder kurzfristige Einschränkungen wegen Personalausfällen können diese Planung jedoch schnell durcheinanderbringen. Dann müssen Eltern Betreuung organisieren, Arbeitszeiten verändern oder Urlaub nehmen.

Genau hier setzt der Antrag „Zuverlässige Kita: Entwicklung und Prüfung eines zukunftsorientierten Betreuungsmodells für berufstätige Familien“ an. Mit dem Vorstoß vom 11. Oktober 2026 möchte die CDU-Ratsfraktion die Entwicklung eines besonders verlässlichen, familien- und arbeitsweltorientierten Betreuungsangebots in Halle anstoßen. Unterzeichnet haben den Antrag die Fraktionsvorsitzende Sandra Wißmann sowie die Ratsmitglieder Axel Reimers und Mirjam Schieb.

Ein Betreuungsplatz muss im Alltag verlässlich sein

Ein vorhandener Kitaplatz ist eine wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Entscheidend ist aber auch, ob die zugesagte Betreuung tatsächlich planbar zur Verfügung steht. Arbeitszeiten, Pendelwege und Schichtdienste müssen ebenso berücksichtigt werden wie die familiären Verpflichtungen der Eltern.

Auch ein umfangreicher Betreuungsvertrag kann deshalb im Alltag Lücken lassen, wenn mehrere Wochen Schließzeit, zusätzliche Schließtage oder kurzfristige Einschränkungen hinzukommen. In Gesprächen mit Eltern hat die CDU nach eigener Erfahrung wiederholt gehört, wie wichtig verlässliche Betreuung für Familien ist.

Das vorgeschlagene Modell soll deshalb über eine reine Ausweitung der Öffnungszeiten hinausgehen. Im Mittelpunkt steht ein Betreuungskonzept, bei dem Öffnungszeiten, Ferienangebote und Vertretungslösungen zusammenpassen.

Zuerst die Familien in Halle fragen

Bevor ein konkretes Modell entwickelt wird, soll der tatsächliche Bedarf der Familien in Halle erhoben werden. Welche Arbeitszeiten müssen abgedeckt werden? Wie viele Eltern arbeiten im Schichtdienst? Welche Bring- und Abholzeiten werden benötigt? Und wo entstehen während der Ferien oder bei kurzfristigen Betreuungsausfällen die größten Schwierigkeiten?

Auch der Bedarf an besonders früher oder später Betreuung soll dabei berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Angebote Familien wirklich helfen würden. Der Antrag sieht zudem vor, die Betreuungsbedarfe regelmäßig zu ermitteln, damit ein künftiges Angebot auf Veränderungen reagieren kann.

Die Entwicklung soll gemeinsam mit einem möglichen Träger, dem Kreis Gütersloh als zuständigem Jugendhilfeträger und weiteren relevanten Partnern erfolgen.

Öffnungszeiten, Schließtage und Ferienbetreuung gemeinsam betrachten

Zu den im Antrag genannten Prüfaufträgen gehören Öffnungszeiten von möglichst 6:30 bis 18:30 Uhr. Untersucht werden sollen außerdem bedarfsgerechte Kern- und Randzeiten sowie flexible Betreuungszeiten, die sich an den Arbeitszeiten der Eltern orientieren. Auch ein Betreuungs- beziehungsweise Stundenkonto soll geprüft werden.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die planmäßigen Schließtage. Ziel der Prüfung ist eine deutliche Reduzierung auf möglichst höchstens 15 Tage pro Jahr. Hinzu kommt die Frage, wie eine möglichst weitgehende Betreuung während der Schul- und Kindergartenferien organisiert werden könnte.

Dafür soll ein verbindliches Konzept für Ferien- und Ersatzbetreuung entwickelt werden. Familien benötigen frühzeitig Klarheit darüber, welche Betreuung zur Verfügung steht und welche Alternativen bei Schließzeiten vorgesehen sind.

Die genannten Zeiten und Zielwerte sind Gegenstand des Prüfauftrags. Welche Angebote tatsächlich umgesetzt werden können, muss auf Grundlage des Bedarfs sowie der personellen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten geklärt werden.

Lösungen für kurzfristige Personalausfälle entwickeln

Verlässlichkeit zeigt sich besonders dann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Deshalb soll das Konzept auch untersuchen, wie sich Betreuung bei kurzfristigen Personalausfällen besser absichern lässt.

Der Antrag nennt dazu einen träger- beziehungsweise einrichtungsübergreifenden Springer- und Vertretungspool sowie die Möglichkeit eines Betreuungsverbundes. Gemeinsam organisierte Vertretungsstrukturen könnten dazu beitragen, Ausfälle besser aufzufangen.

Ergänzend soll geprüft werden, welche Rolle die Kindertagespflege bei besonders frühen und späten Betreuungszeiten übernehmen könnte. Auch Betreuungsmöglichkeiten an einzelnen Samstagen oder bei besonderem Bedarf sollen untersucht werden.

Dabei gilt: Ein verlässliches Angebot braucht eine tragfähige Personalplanung. Mehr Planungssicherheit für Familien muss mit guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zusammengehen. Dauerhafte Verlässlichkeit lässt sich nur mit ausreichend Personal und funktionierenden Vertretungsstrukturen erreichen.

Betreuung einfacher organisieren

Neben den Betreuungsangeboten selbst sollen auch digitale Möglichkeiten geprüft werden. Denkbar sind einfachere Wege, um Bedarfe zu melden, Betreuungszeiten zu buchen oder vereinbarte Zeiten anzupassen.

Solche Angebote könnten die Abstimmung zwischen Familien und Einrichtungen erleichtern. Welche Lösung sinnvoll ist, soll im Rahmen der Konzeptentwicklung untersucht werden.

Finanzierung von Anfang an mitprüfen

Damit aus einer Idee ein umsetzbares Angebot werden kann, muss die Finanzierung frühzeitig geklärt werden. Die Verwaltung soll deshalb verschiedene Möglichkeiten untersuchen.

Im Antrag genannt werden die reguläre Finanzierung nach dem Kinderbildungsgesetz, Fördermöglichkeiten für flexible Betreuungsangebote, kommunale Finanzierungsanteile und mögliche Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen. Auch eine Beteiligung von Arbeitgebern und Kooperationen mit örtlichen Unternehmen sollen geprüft werden. Gegebenenfalls sollen außerdem Fördermöglichkeiten für die bauliche Umsetzung berücksichtigt werden.

Damit ist noch keine bestimmte Finanzierung zugesagt. Ziel ist eine belastbare Grundlage für die Entscheidung, ob und unter welchen Voraussetzungen ein solches Modell in Halle verwirklicht werden kann.

Ein Pilotprojekt mit Perspektive für Halle

Die CDU möchte mit dem Vorstoß eine Entwicklung anstoßen, die über einen einzelnen Standort hinaus Wirkung entfalten kann. Ein Pilotprojekt könnte Erfahrungen liefern, auf deren Grundlage sich verlässlichere Betreuung auch gemeinsam mit weiteren Einrichtungen und Trägern organisieren ließe.

Zunächst geht es um die Prüfung und Entwicklung des Konzepts. Ein fertiges Betreuungsangebot oder ein beschlossener Starttermin ist damit noch nicht verbunden.

Das Ziel ist klar: Kinder sollen gut betreut werden, Beschäftigte verlässliche Arbeitsbedingungen haben und Eltern ihren Familien- und Berufsalltag besser planen können. Halle könnte damit einen praktischen Beitrag zu einer Kinderbetreuung leisten, die sich stärker an den Bedürfnissen der Familien orientiert.

Den vollständigen Antrag „Zuverlässige KiTa“ finden Sie in unter: Aktuelles - Anträge 

 

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